Yamoussoukro

posted in Städtereisen

Yamoussoukro

Von Norden kommend erhebt sich die Basilika aller Kritik zum Trotz majestätisch aus dem tropischen Grün, welches Yamoussoukro umgibt. Viele halten den Prunkbau in der mit rund 800.000 Einwohnern überschaubaren Hauptstadt von Cote D’Ivoire für unangemessen. Insbesondere angesichts der hohen Staatsverschuldung, Arbeitslosigkeit und weit verbreiteten Armut in der Bevölkerung. Dass nur rund ein Drittel der Bevölkerung Christen sind und die Kosten für Bau und Unterhalt angeblich aus dem Privatvermögen des damaligen Präsidenten, der sie in nur drei Jahren Bauzeit errichten ließ, stammen, befeuert die Diskussion. Immerhin forderte Papst Johannes Paul II. vor der Einweihung durch ihn am 10. September 1990, dass neben der Basilika ein Krankenhaus gebaut werden müsse. Dieses ist mittlerweile, wenn auch in weit bescheidenerem Ausmaß, fertiggestellt. An meinem Besuch waren weniger als 10 Personen auf dem Areal, beim Konkurrenzobjekt in Rom ist das sicherlich eher selten. Die Basilika Notre Dame de la Paix brüstet sich damit, höher zu sein als der Petersdom und zeigt in Ausstellungsräumen auch bildhaft den Größenvergleich. Im Detail wird diskutiert, welche Ausmaße tatsächlich größer sind. Unabhängig davon ist die knapp 160 m hohe Basilika aus italienischem Marmor ein monumentaler Bau mit mehr als 7.000 qm in Frankreich gefertigtem Glasmosaik. Es gibt in den Motiven und Skulpturen im Inneren viel zu entdecken. Eine Maria-Skulptur ist angeblich von einem Moslem während seiner Haft erstellt worden; den Architekten und damaligen Präsidenten erkennt man neben biblischen Figuren als Mosaik in den Fenstern. Mit dem Fahrstuhl, clever in die tragenden Säulen integriert, fährt man auf das Dach und genießt einen hübschen Rundblick. Unter anderem auf den „Crocodile Lake“, der allerdings seit mehreren Unfällen mit unvorsichtigen Besuchern gesperrt ist.

error: Geschützter Inhalt!